

...GIGS & GOSSIP



Nachdem Willi Wucher mir am Vorabend im Club auf die Stiefeletten getreten ist brauche ich dringend neue Schuhe. Es ist 15:30 Uhr und es steht ein Debakel bevor: wir wollen uns um 16 Uhr treffen – oder irgendwo so um die Uhrzeit. (Wer kann das noch sagen, Bier ist einfach böse.) Jedenfalls ist nicht viel Zeit zum Schuhkauf! Die 10 Euro Mantaletten aus dem C&A sehen aus wie Neo-Mokassin aus PVC: „Nein, danke“, sag’ ich mir und steuere das nächste Schuhgeschäft an. Die italienischen Designerschuhe von Vero Cuoio haben es mir angetan, aus feinstem italienischen Chiahonania Leder, denn für die heutige Show werden weder Kosten noch Mühen gescheut!
Gerade rechtzeitig schaffe ich es zum Treffpunkt, der Rest der Truppe hingegen ist immer noch schlafmützig. Im Kasernenton wird ihnen Beine gemacht, und sie räumen flux alles in unser Transportmittel ein.
Auf der Fahrt wird viel geraucht, Jan stimmt das nicht so glücklich. An einer Tanke in Mainz gibt es kurzes Gelächter über den Dialekt „Meenzer derfe deesss“ (– jedoch wird uns schnell klar, dass wir hier die Dialektpariahs sind).
Oki Doki, endlich an der Walpodenakademie. Alle sind da: Holger, der Brandstifter, Daniel etc. Zur Begrüßung wird geraucht. Ronnie und Ruth tauchen auch gleich auf, zur Begrüßung wird noch mehr geraucht.
Es wird Zeit für das erste Bier und aufzubauen, es soll ja noch etwas geleistet werden! Nach 5 Minuten weiß ich auch wieder wie ich mein Set-up zu verkabeln habe, auf Soundcheck scheiße ich und rauche vor der Tür eine weitere Zigarette. Es wird viel geredet und das meiste Leben findet vor der Tür beim Rauchen statt. Rauchen ist ein wichtiger Bestandteil der Band. Vielleicht gibt es die Band auch nur weil wir alle rauchen... Man lernt Leute kennen: Joachim von S/T, Stefan von Youdon'thavetocallitmusic und, und, und: ein Meet & Greet von Rauchern des Südwestens.
Dann ist es ist halb 10 und die Meute sowie Holger werden ungemütlich (– über 50 Zuschauer lässt man nicht warten): Okay, lieber Holger, dann dreh halt „Pulu Pulu" von Jorge Ben aus und sag es wäre Quatsch... Mich hat es emotional berührt.
Wir legen mabu los. Ich teste schon einmal wie lange mein Microkabel ist und trete vor die Tür. – Kippen leider vergessen und wieder rein. Der Plan am Anfang einen längeren Drone-Part zu spielen scheitert an meinem reduzierten Set-up. Egal, wir können ja rocken! Dumpfe Bässe, kreischende Gitarren, ein Keyboard Sound wie in Walhalla und ein Drumbeat in Richtung frühe Böhse Onkelz.
Das Mainzer Publikum ist außer sich, ich verkünde über das Mikrofon: „Wwir sind eine neue Religion, ich euer neuer Messias“. Ich glaube sie haben mich nicht verstanden. Nach 3 mal aufs Handy schauen, um die Uhrzeit herauszufinden, packt mich der Entschluss zu rauchen: Ab, raus vor die Tür. Ich muss auch nur einen Zuschauer anschreien, damit er von meinem Microkabel geht.
Vor der Tür mach’ ich erstmal eine Kippe an. Drinnen bricht nach und nach der Sound weg... Als er fast verklungen ist gebe ich Anweisungen weiter zu machen, die stoßen auf taube Ohren. Der Applaus kam sehr verhalten; dies spricht für eine nicht ausreichende Performance. Das mach’ ich dem Publikum auch klar und verspreche eine 5-minütige Zigarettenpause. (War natürlich gelogen. Aber so verhalt der Ruf nach Zugabe.)
Draußen wir geraucht, gesoffen und dumm geredet. Martin Büsser wird erkannt und zugesülzt. (Drinnen entere ich das DJ-Pult und lege Klassiker von Fleetwood Mac bis Ata Tak auf, getanzt wird wenig.)
Nach einem ordentlichen Saufgelage wird jetzt auch drinnen geraucht. Gegen halb zwei Uhr nachts: Zuschauer jammen mit unseren Instrumenten... Durch Oberton Gesangsübungen von Jan und dem Herren Büsser entwickelt sich ein zweites Set der Liebe und Freude.
Im Hardcore ziehen verschwitzte Männer dafür ihr T-Shirt aus und liegen sich homoerotisch in ihrem Armen. Unser „Fest der Liebe“ erinnert eher an eine Hippie-Kommune der 60er – nur das wir nicht nackig sind und ich einer der wenigen (außer Holger und Markus) mit langen haaren bin. Es ist schön und ich bin tierisch betrunken.
Wir müssen nach Wiesbaden aufbrechen. Im Auto von Johannes sülze ich über Tiefkühlpizzatests und das Leckermäulchen-Punktevergabe-System. In Wiesbaden helfen mir zwei jugendliche Marokkaner einen Zigarettenautomaten zu finden. Was den weiteren Verlauf der Nacht betrifft: Ich weiß nur noch, dass ich irgendwas kaputt gemacht habe...
In meinen italienischen Lederschuhen wache ich am nächsten morgen auf Holgers Couch auf. Ein gelungener Abend!
Ab heim. Auf dem Heimweg reden wir über die Gage. Wie, nur 50 Euro? Es macht sich Unmut breit – dann wird uns klar: wir haben zusätzlich mindestens 3 Kisten Bier und 4 Flaschen Wein weggesoffen und schämen uns, was wir für ein undankbarer Rockstar-Pöbel sind. Wir hoffen auf Wiederholung. Danke, Mainz!
Weitere Stimmen:
Martin Büsser (www.testcard.de): „Das Konzert war ein Brett, so ‘ne Mischung aus No Neck Blues Band und frühen Pink Floyd und dazu haben sie über Beamer den abgefahrenen Film „Begotten“ gezeigt. Weil Datashock aber für mein Empfinden viel zu kurz gespielt haben, habe ich irgendwann nachts die Bühne erstürmt und mit gestörten Ritualgesängen losgelegt. Brandstifter hat sich eine Gitarre geschnappt und plötzlich waren alle Datashock-Leute wieder mit von der Partie, klang alles ganz schön finster nach Manson Family. War ein sehr schöner Abend in Mainz und ein gelungenes Konzert! Hatte zwar einige Schlagseite auf dem Heimweg und der Sonntag war für’n Arsch, aber so ist es nun einmal...“
Joachim (s/t): „Also dem lieben Pascal an dieser Stelle mal Gratulation für einen prima Gig. Schöne dichte Atmosphäre, prima morbides Filmchen, guter Sound, kaltes Bier. Alles, was live geil ist, man aber nie auf Tonträger auffangen kann.“
Stefan (www.youdonhavetocallitmusic.de): „Das Konzert am Samstag fand ich auf jeden Fall ziemlich klasse. Für mich seit langem mal wieder ein sehr gelungener Konzertabend!“
Acid Roncho (Datashock): „Oh Mann, ich bin echt stolz. kann man so sagen. Selten sooo euphorisch nach 'nem Konzi gewesen. Will jetzt sofort auf Tour. Das Ganze mit zweiter Gitarre und Schlagzeug ist ne verdammt gute Sache!“
LL Cool P (Datashock): „Bier war geil. Rotwein lecker. Weisswein eher semi.“
Phantom Limbo
2009:
Datashock, Flamingo Creatures, Arrington De Dionyso, Neokarma Jooklo Experience, Golden Jooklo Age, Head of Wantastiquet, Chora, Lanterns, Helhesten, Nadja, Aidan Baker, Thisquietarmy, Dreamers Cloth, Cotopaxi, Ducktails, Monopoly Child Star Searchers, Mark McGuire, Steve Hauschildt, Jozef Van Wissem, Steffen Basho Junghans, Cian Nugent, Theo Angell, Pocahaunted, Sun Araw, Hanna Tuulikki (Nalle), Ben Reynolds, Daniel Higgs, Amolvacy, Starving Weirdos, Nudge, Kolter, Samara Lubelski, Kuupuu, Inca Ore
2010:
Cam Deas, Jack Allett, Anla Courtis, Hering und seine sieben Sachen, Maia Bambul Projektionsspiele, V838, Sylvester Anfang II, Golden Cup, Motherfucking, Love Cult, Martin Büsser, Master Musicians Of Bukkake, ephemeroL, Bill Horist, Whole Voyald Infinite Light, Monsieur Mo Rio, Levenshulme Bicycle Orchestra, Dead Labour Process, Autistic Argonauts, Moon Unit, Greg Malcolm, Nonhorse, Fyoelk, In Zaire, U.S. Girls, Ignatz, Sheldon Siegel, Vanishing Twins, New Jooklo Age, Death Machine, Volcano The Bear, Wizards Of Oi
2011:
Cam Deas, Least Carpet, Matthew De Gennaro, Eternal Zio, Datashock „Pyramiden von Gießen“ Record Release Party, Black To Comm, Edgar Wappenhalter, Hellvete, Urpf Lanze, Peter Strickmann, Marcel Türkowsky & Francesco Cavaliere, Barn Owl, Jefre Cantu Ledesma, Serfs, J.D. Emmanuel, Dolphins Into The Future, Avarus, Jarse, Mik Quantius, Marisa Anderson, Bridget Hayden, Lunchforyou, Cam Deas & Jack Allett Duo, Pulse Emitter, Gael Moissonnier, Padme, Burial Hex, Lisa Freieck, Death Machine, Limpe Fuchs
2012:
Jon Collin, Chalaque, Eli Keszler, Lunar Miasma, Ghostrider, Hering und seine sieben Sachen, Ben Nash, Ben Morris (Chora), Gael Moissonnier, Innercity, Günter Schlienz, Diamond Catalog, PAK, City Hands, Cotopaxi, Duane Pitre, Neu Getre, Primordial Undermind, Pretty Lightning, Je Suis Le Petit Chevalier, Daniel Bachman, Least Carpet, Jooklo Duo, Baldruin, Ducktails, Bear Bones Lay Low, Unchained, Jozef van Wissem, Tidal, Former Selves, Agnes Beil, Af Ursin...
2013
Cotopaxi, Schrein, Indias Indios, Orphan Fairytale, Rhyton, Decimus, Bird People, Roman Nose, Blue Yodel, Günter Schlienz, Gonzáles&Steenkiste, Navel, Urpf Lanze, Daniel Higgs, Paul Metzger, Wizards Of Oi, Volcano The Bear, Gael Moissonnier, Èlg, (H.S.), Neu Getre, Ignatz, Innercity & Youngherr Sloow, Chuck Johnson, Tepeu Y Q'uq'Umatz, Suspicion Breeds Confidence, Floris Van Hoof, Mark McGuire, Bird People, Hering und seine sieben Sachen, Schrein, Primordial Undermind, Ark Tablet, Plankton Wat, Daniel Bachman, Ryley Walker, Duane Pitre, Nils Quak, Black To Comm, Aidan Baker, Kolter, Metal Rouge, Chalaque, Jon Collin,...
2014
Ekin Fil, Least Carpet, Limpe Fuchs, Flamingo Creatures, Ross Parfitt, Ryley Walker, From The Mole Hole, Daniel Bachman, Hakobune, An Elm, Daniel Higgs & Michael Zerang Duo, Bird Skull, Jooklo Duo, Cam Deas, Human Heads, James Blackshaw, Titanoboa, Sisto Rossi, Bird People, Günter Schlienz, Datashock, Monopoly Child Star Searchers, Dolphins Into The Future, DSR Lines, Ogon Batto, Hellvete, Least Carpet & Mia, Lee Noble...
2015
Daniel Bachman, Niedowierzanie, Mushroom's Patience, TZII, Diamantener Oberhof, Bird People, Woven Skull, Head Of Wantastiquet...
2016
Daniel Bachman, From The Mole Hole, Pandelindio, Bird People, Least Carpet, Limpe Fuchs, Chuck Johnson, Jon Collin, Eric Arn, Tom Carter, Matt Krefting, Ava Mendoza...
2017
Felix-Florian Tödtloff, Lars Ennsen, Wolfgang Seidel, Daniel Bachman, Jake Xerxes Fussell, Limpe Fuchs, Albina Gräfe, Christian Schoppik, Ben Whitehill, Marko Martini, Sarah Davachi, Günter Schlienz, Jooklo & Riccardo Sinigaglia, Joe Baiza, Felix Gebhard, Schweben, Red On, House And Land, Dylan Golden Aycock, Andreas Noga, Nils Quak, Die bunte Truppe, Peter Strickmann...
2018
Jon Collin, Margaret Unknown, Eric Arn, Peter Strickmann, Feinstaub, Pandelindio, Kaikki Kissat, Spemakh, Ulrich Rois, Günter Schlienz, Chuck Johnson, Fletcher Tucker, Brannten Schnüre...
2019
...Navel, Trikorder 23, Limpe Fuchs und Peter Strickmann, Gwenifer Raymond, Günter Schlienz, S.U.V., machine, Jon Collin, Stubenhexe, DRNTTCKS, Sisto Rossi, Hager & Kaputt...
2020
...C-19!
2021
... bisher immer noch Corona-Scheiße und sonst nix.
Broken Sound
2014
#18: Ghédalia Tazartès, Mik Quantius (23.11.2014)
2015
#19: Metabolismus, Floris Vanhoof, Günter Schlienz, DSR Lines (14.03.2015)
#20: Macchia Forest (Christoph Heemann, Limpe Fuchs, Timo van Lujik), Ansgar Wilken (12.05.2015)
#21: To Live And Shave In L.A., Carl Stone (01.09.2015)
#22: Razen, Werner Durand (23.10.2015, postponed)
2016
#23: Anton Bruhin, Vom Grill (11.03.2016)
#24: Ashtray Navigations, Jon Collin (09.04.2016)
#22 - Reloaded: Razen, Werner Durand (16.09.2016)
#25: Lieutenant Caramel, Joke Lanz & Mat Pogo (24.10.2016)
2017
#26: Alvaro, Klaus Beyer (10.02.2017)
#27: Ogon Batto, Jooklo & Riccardo Sinigaglia (03.09.2017)
#28: Moleglove / Tom White (09.12.2017)
2018
#29: Argdanani / Winkhorst Reisen (10.03.2018)
#30: Guttersnipe / Merkwürdig Riechnerv 26.10.2018)
2022
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